Blick über den Eyjafjörður auf Akureyri mit der Akureyrarkirkja und schneebedeckten Bergen im Hintergrund

Akureyri

Akureyri auf eigene Faust: Pier nahe Zentrum, Akureyrarkirkja, Goðafoss und Walbeobachtung – der Hafenguide für Islands Norden mit Zeitplan.

Quelle: Envato Elements – „beautiful-akureyri-city-in-iceland-in-summer-2026-03-09-23-15-23-utc.jpg“ · Envato Elements Lizenz

Anleger

Pier am Oddeyri-Kai, ca. 800 m nördlich des Zentrums

Zentrum

ca. 10 Min. zu Fuß

Währung

Isländische Krone (ISK)

Sprache

Isländisch, Englisch sehr verbreitet

Akureyri nennt sich selbstbewusst „Hauptstadt des Nordens" – und für isländische Verhältnisse stimmt das sogar: Mit rund 19.000 Einwohnern ist die Stadt am Ende des Eyjafjörður die größte Siedlung außerhalb des Großraums Reykjavík. Für Kreuzfahrtgäste ist Akureyri doppelt attraktiv: Die Stadt selbst ist kompakt, charmant und in wenigen Stunden zu Fuß erlebt, und gleichzeitig ist sie das Tor zu zwei der größten Naturattraktionen Islands – dem Goðafoss-Wasserfall und dem Mývatn-See. Dieser Guide hilft dir bei der wichtigsten Entscheidung des Tages: Stadt, Natur oder beides?

Ankommen: Zu Fuß ins Zentrum

Kreuzfahrtschiffe legen am Pier am Oddeyri-Kai an, rund 800 Meter nördlich des Stadtzentrums. Vom Schiff bis zur Fußgängerzone Hafnarstræti sind es etwa 10 Minuten zu Fuß entlang der Uferpromenade – ein Shuttle ist nicht nötig, wird an manchen Tagen aber trotzdem angeboten. Nur bei mehreren Schiffen gleichzeitig kann ein weiter außen gelegener Liegeplatz zugewiesen werden, dann verlängert sich der Fußweg etwas. Taxis stehen am Pier bereit, sind in Island aber teuer – für die Stadt selbst brauchst du keins.

Akureyri auf eigene Faust: Das schaffst du in 3–4 Stunden

Akureyrarkirkja: Das Wahrzeichen über der Stadt (30–45 Minuten)

Die Akureyrarkirkja thront auf einem Hügel über dem Zentrum und ist schon vom Schiff aus zu sehen. Entworfen hat sie Guðjón Samúelsson, derselbe Architekt, der auch die Hallgrímskirkja in Reykjavík schuf – die Familienähnlichkeit der beiden Basaltsäulen-Fassaden ist unverkennbar. Über eine markante Freitreppe erreichst du die Kirche vom Stadtzentrum aus in wenigen Minuten; der Eintritt ist frei, sofern keine Veranstaltung stattfindet. Sehenswert sind die Kirchenfenster, von denen eines ursprünglich aus der Kathedrale von Coventry in England stammen soll.

Akureyri am Ufer des Eyjafjörður mit hügeligem Zentrum, umrahmt von schneebedeckten Tafelbergen
Blick vom gegenüberliegenden Fjordufer auf Akureyri – im hügeligen Zentrum, das sich hier am rechten Bildrand ins Wasser schiebt, liegt auch die Akureyrarkirkja.
Quelle: Envato Elements – „beautiful-akureyri-city-in-iceland-in-summer-2026-03-09-22-09-49-utc.jpg“ · Envato Elements Lizenz (Envato-Item per Titel-Suche nicht eindeutig auffindbar (geprüft 2026-08-17))

Botanischer Garten: Blühende Arktis (45–60 Minuten)

Etwa 15 Gehminuten südlich der Kirche liegt der Lystigarðurinn, der botanische Garten von Akureyri – einer der nördlichsten der Welt und im isländischen Sommer erstaunlich üppig. Neben fast der gesamten heimischen Flora wachsen hier Tausende internationale Arten, die man so knapp unterhalb des Polarkreises nicht erwarten würde. Der Eintritt ist kostenlos, das Gartencafé eignet sich gut für eine Pause. Von Juni bis August lohnt sich der Besuch am meisten.

Zentrum & Herz-Ampeln (30–60 Minuten)

Zurück im Zentrum bummelst du durch die Hafnarstræti mit Cafés, Wollläden und Galerien. Achte dabei auf die Ampeln: Seit der Finanzkrise 2008 leuchten die roten Signale in Akureyri als Herzen – eine kleine Aufmunterungsaktion, die zum Markenzeichen der Stadt geworden ist und heute das wohl meistfotografierte Detail im Ort ist. Wer mag, nimmt noch das kleine, liebevoll gemachte Weihnachtshaus südlich der Stadt mit (nur mit Taxi/Auto sinnvoll) oder probiert ein Softeis – die Isländer essen es bei jedem Wetter.

Goðafoss und Mývatn: Die großen Ausflugsziele

Der Goðafoss („Wasserfall der Götter") ist der naheliegendste Naturausflug: rund 50 Kilometer östlich, etwa 35–45 Minuten Fahrzeit pro Strecke über die gut ausgebaute Ringstraße. Der hufeisenförmige Wasserfall ist vom Parkplatz aus in wenigen Gehminuten erreichbar – als halbtägiger Ausflug (3–4 Stunden inkl. Fahrt) sehr gut mit einem Stadtbummel kombinierbar.

Der hufeisenförmige Goðafoss-Wasserfall in Nordisland
Der Goðafoss, der „Wasserfall der Götter“, liegt gut eine Autostunde östlich von Akureyri – wer keine Zeit für den Ausflug hat, sieht ihn nur auf Fotos wie diesem.
Quelle: Envato Elements – „godafoss-waterfall-with-rainbow-iceland-2026-03-19-22-55-31-utc.jpg“ · Envato Elements Lizenz

Deutlich mehr Zeit braucht der Mývatn-See mit seinen Pseudokratern, Lavaformationen (Dimmuborgir) und Geothermalfeldern: gut 90 Kilometer, also rund 1,25 Stunden Fahrzeit pro Strecke. Organisierte Touren kombinieren meist Goðafoss und Mývatn zu einem Ganztagesausflug von 6–8 Stunden – das ist landschaftlich der Höhepunkt Nordislands, füllt aber den kompletten Hafentag. Bei kurzer Liegezeit (unter 8 Stunden) ist Mývatn riskant knapp; dann lieber nur Goðafoss.

Walbeobachtung: Ab Akureyri oder Húsavík?

Der Eyjafjörður gehört zu den besten Walgebieten Islands, vor allem Buckelwale werden hier sehr zuverlässig gesichtet. Die praktische Frage: ab Akureyri oder ab Húsavík, dem selbsternannten „Whale-Watching-Hauptort" Islands? Die ehrliche Antwort für Kreuzfahrtgäste: Akureyri reicht völlig. Die Touren starten direkt im Hafen wenige Gehminuten vom Schiff, dauern rund 3 Stunden (ab ca. 90–100 €) und haben im Sommer sehr hohe Sichtungsquoten. Húsavík liegt 75 Kilometer entfernt – mit je einer Stunde Transfer pro Strecke wird daraus ein Ganztagesprogramm, ohne dass die Sichtungschancen nennenswert besser wären. Húsavík lohnt sich vor allem, wenn du das dortige Walmuseum mitnehmen willst oder die Tour Teil eines organisierten Ausflugs ist.

Buckelwal-Fluke taucht vor der Bergkulisse des Eyjafjörður bei Akureyri ab
Der Eyjafjörður gilt als einer der zuverlässigsten Orte Islands für Walbeobachtung – Ausflugsboote starten direkt vom Hafen in Akureyri.
Quelle: Envato Elements – „whale-tail-emerging-from-ocean-water-mountains-2026-03-17-08-25-07-utc.jpg“ · Envato Elements Lizenz (Envato-Item per Titel-Suche nicht eindeutig auffindbar (geprüft 2026-08-17))

Top-Erlebnisse im Überblick

ErlebnisZeitbedarfKosten
Akureyrarkirkja30–45 Min.kostenlos
Botanischer Garten (Lystigarðurinn)45–60 Min.kostenlos
Zentrum & Hafnarstræti30–60 Min.kostenlos
Walbeobachtung ab Akureyrica. 3 Std.ab ca. 90–100 €
Goðafoss (Taxi/Mietwagen/Tour)3–4 Std.Tour ab ca. 80 €, Mietwagen ab ca. 90 €/Tag
Ganztagestour Goðafoss + Mývatn6–8 Std.ab ca. 130–160 €

Welche Ausflüge lohnen sich – und welche nicht?

Lohnt sich: Die Kombination aus Goðafoss und Mývatn ist der Klassiker und landschaftlich die beste Nutzung eines langen Hafentags – ob als Reedereiausflug oder mit dem Mietwagen (Buchung früh sichern, das Angebot in Akureyri ist begrenzt). Ebenso die Walbeobachtung direkt ab dem Hafen, gerade bei kürzerer Liegezeit die entspannteste Option. Wer empfindlich auf Seegang reagiert, findet in unserem Ratgeber Seekrankheit vorbeugen Tipps, die auch auf dem Ausflugsboot helfen.

Eher nicht: Der Transfer nach Húsavík nur für die Waltour dort – der Mehrwert gegenüber den Touren ab Akureyri ist gering. Auch Dettifoss, Europas leistungsstärkster Wasserfall, wird gelegentlich angeboten, liegt aber nochmals deutlich hinter Mývatn – das wird selbst an langen Tagen eine Hetzerei.

Praktisches für deinen Tag in Akureyri

  • Kartenzahlung überall: Island ist praktisch bargeldlos, selbst Kleinstbeträge zahlst du mit Karte – isländische Kronen abheben ist unnötig.
  • Preisniveau: Island ist teuer. Ein Kaffee kostet ca. 4–5 €, ein einfaches Mittagessen schnell 20–25 € – mehr zum Thema im Ratgeber Kreuzfahrt-Nebenkosten.
  • Wetter in Schichten: Auch im Juli sind 10–15 °C und plötzlicher Wind normal. Wind- und Regenjacke gehören in den Tagesrucksack, gerade für Goðafoss und die Waltour (dort werden meist Overalls gestellt).
  • Mietwagen früh reservieren: An Tagen mit mehreren Schiffen sind die wenigen Stationen schnell leergebucht.
  • Zeitpuffer für Mývatn: Wer auf eigene Faust fährt, plant mindestens 1,5 Stunden Puffer vor „Alle an Bord" ein – die Ringstraße hat nur eine Spur je Richtung.

Fazit

Akureyri ist einer der dankbarsten Häfen Islands: Die Stadt selbst kostet dich keinen Stress, mit Kirche, botanischem Garten und Herz-Ampeln ist sie in einem halben Tag erlebt – und die andere Hälfte investierst du je nach Liegezeit in Goðafoss, Mývatn oder eine Waltour direkt ab dem Pier. Auf vielen Island-Routen folgt als nächster Stopp Ísafjörður in den Westfjorden – ein spannender Kontrast zum städtischen Akureyri. Einen Überblick über alle Häfen der Region findest du auf unserer Nordeuropa-Seite.

Akureyri
Fahrtgebiet Nordeuropa65,7° N, 18,1° W

Nicht alle Punkte sind beschriftet. Alle Häfen des Fahrtgebiets: Akureyri

Akureyri ist ein Hafen im Fahrtgebiet Nordeuropa. Dort findest du alle Infos zu Reisezeit, Routen und passenden Reedereien.

Weitere Häfen im Fahrtgebiet Nordeuropa

Die weißen Kreidefelsen von Dover mit grüner Grasnarbe über dem Ärmelkanal

Dover

Dover auf eigene Faust: weiße Klippen, Dover Castle mit Kriegstunneln, Canterbury oder doch London? Der ehrliche Hafenguide für deinen Landgang.

Blick vom Calton Hill über die Altstadt von Edinburgh mit dem Castle auf dem Burgberg

Edinburgh

Edinburgh ab South Queensferry auf eigene Faust: Tenderhafen, Zug ab Dalmeny, Royal Mile, Castle und Calton Hill – der komplette Hafenguide.

Der Cromarty Firth bei Invergordon mit grünen Hügeln der schottischen Highlands unter dramatischem Wolkenhimmel

Invergordon

Invergordon auf eigene Faust: Zug nach Inverness, Loch Ness, Urquhart Castle, Dunrobin und Whisky – der Hafenguide für die schottischen Highlands.

Blick von oben auf die Landzunge von Ísafjörður mit Hafen und Flugpiste im Skutulsfjörður, umgeben von steilen Tafelbergen der Westfjorde

Ísafjörður

Ísafjörður auf eigene Faust: Holzhaus-Altstadt, Wanderung zur Naustahvilft, Dynjandi und Vigur – der Hafenguide für Islands Westfjorde.

Die St.-Magnus-Kathedrale aus rotem Sandstein überragt die Häuser von Kirkwall auf den Orkney-Inseln

Kirkwall

Kirkwall auf eigene Faust: St.-Magnus-Kathedrale, Ring of Brodgar, Skara Brae und Highland Park – der komplette Hafenguide für die Orkney-Inseln.

Blick vom Wasser auf Le Havre mit dem Betonturm der Kirche St-Joseph links, der hellen Perret-Nachkriegsbebauung und der bunten Container-Skulptur Catène de Containers am Ufer

Le Havre

Le Havre auf eigene Faust: UNESCO-Betonarchitektur, Honfleur, Étretat – und die ehrliche Antwort auf die Paris-Frage. Der komplette Hafenguide.

Weißer Sandstrand von Haukland auf den Lofoten mit türkisblauem Wasser und steilen Bergen

Leknes (Lofoten)

Leknes auf den Lofoten: Haukland Beach, Henningsvær, Nusfjord – der ehrliche Hafenguide für Postkarten-Norwegen mit Tender- und Bus-Tipps.

Blick über Reykjavik im Abendlicht mit dem Turm der Hallgrímskirkja über den Dächern, dahinter die Bucht und die Berge

Reykjavik

Reykjavik auf eigene Faust: Hallgrímskirkja, Harpa, Golden Circle oder Blaue Lagune und Walbeobachtung – der komplette Hafenguide für Island.

Die Halbinsel Tinganes in Tórshavn im Abendlicht, rote Holzhäuser mit Grasdächern über dem Wasser

Tórshavn

Tórshavn auf eigene Faust: Tinganes, Altstadt Reyn, Fort Skansin und Ausflüge nach Saksun und Gjógv – der komplette Färöer-Hafenguide.

Blick vom Storsteinen auf Tromsø mit der Tromsøbrücke, der Eismeerkathedrale und dem Fjord

Tromsø

Tromsø auf eigene Faust: Eismeerkathedrale, Fjellheisen-Seilbahn, Polarmuseum – der Hafenguide für die Arktis-Metropole mit Nordlicht-Tipps.

Grachtenpanorama von Brügge mit Bogenbrücke und historischen Giebelhäusern

Zeebrügge

Zeebrügge auf eigene Faust: mit Tram und Bahn nach Brügge, Grachten, Belfried und die Gent-Option – der komplette Hafenguide für Belgien.