Blick über den Hafen und die bunten Häuser von San Sebastián de La Gomera mit Bergen im Hintergrund

La Gomera

La Gomera auf eigene Faust: San Sebastián, Kolumbus-Spuren und der Lorbeerwald von Garajonay – der komplette Hafenguide mit Preisen und Plan.

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Anleger

Pier, San Sebastián de La Gomera

Zentrum

ca. 5–10 Min. zu Fuß

Währung

Euro (EUR)

Sprache

Spanisch, Englisch touristisch verbreitet

La Gomera ist die zweitkleinste Kanareninsel – und fühlt sich an wie die Kanaren vor fünfzig Jahren: keine Hochhäuser, kaum Massentourismus, dafür tiefe Schluchten, ein uralter Nebelwald und eine Hauptstadt, in der Kolumbus 1492 seine letzten Vorräte an Bord nahm, bevor er Amerika fand. Kreuzfahrtschiffe legen in San Sebastián de La Gomera an, wenige Gehminuten vom Zentrum. Damit hast du die Wahl zwischen einem gemütlichen Kolumbus-Spaziergang und dem Ausflug in den UNESCO-Welterbe-Nationalpark Garajonay. Wie überall auf den Kanaren ist Winter Hauptsaison – und La Gomera oft der Geheimtipp-Hafen, auf den sich erfahrene Kreuzfahrer am meisten freuen.

Ankommen: Zu Fuß auf Kolumbus' Spuren

Die Schiffe machen am Pier von San Sebastián fest – Tenderboote brauchst du nicht. Vom Liegeplatz sind es 5 bis 10 Minuten zu Fuß bis zur Plaza de las Américas am Beginn der Altstadt; der Weg führt am kleinen Sporthafen entlang und ist nicht zu verfehlen. Taxis stehen am Hafenausgang bereit, Mietwagen bekommst du in Terminalnähe (ab ca. 40 €/Tag, vorab reservieren). Für die Stadt selbst brauchst du keinerlei Transfer – San Sebastián hat rund 9.000 Einwohner und ist in einer Stunde durchlaufen.

San Sebastián auf eigene Faust: Das schaffst du in 2–3 Stunden

Die Kolumbus-Meile (1,5–2 Stunden)

Alles Sehenswerte liegt an einer Achse, der Calle Real. Der Torre del Conde (1447) im Park nahe dem Hafen ist das älteste erhaltene Bauwerk der Kanaren – ein trutziger roter Wehrturm, in dem sich einst die Gräfin Beatriz de Bobadilla verschanzte, der Legende nach auch eine Bekanntschaft von Kolumbus. Ein paar Schritte weiter erzählt die Casa de Colón (Eintritt frei, kurze Besichtigung) mit einer kleinen Ausstellung von den Amerikafahrten; im Innenhof des benachbarten Zollhauses liegt der Brunnen Pozo de la Aguada, aus dem die Schiffe 1492 ihr Trinkwasser bunkerten – "das Wasser, mit dem Amerika getauft wurde", wie die Inschrift selbstbewusst behauptet. In der Iglesia de la Asunción soll Kolumbus vor der Abfahrt gebetet haben. Alles zusammen ist ein entspannter, halbschattiger Spaziergang mit Zeit für einen Café con Leche auf der Plaza (ca. 1,50 €).

Der wehrhafte Torre del Conde in San Sebastián de La Gomera, umgeben von Palmen und Rasen
Der Turm von 1447 steht mitten in einem Park, wenige Minuten vom Hafen entfernt – innen ist er winzig, der Weg dorthin führt aber durch den schattigsten Fleck der Stadt.
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Historisches Gebäude in San Sebastián de La Gomera mit drei Rundbogenportalen, weiß verputzt mit Ziegelsteinelementen
Die Kolumbus-Meile ist gesäumt von solchen Fassaden – weiß verputzt, mit Ziegel- und Natursteinrahmen. Alles liegt an einer Achse, Verlaufen ist praktisch unmöglich.
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Strand & Markthalle (30–60 Minuten)

Direkt an der Stadt liegt die Playa de San Sebastián, ein dunkler, ruhiger Vulkansandstrand mit Blick auf den – bei klarer Sicht – gegenüber thronenden Teide auf Teneriffa. Für eine schnelle Abkühlung vor dem Ablegen ideal. In der kleinen Markthalle nahe der Plaza bekommst du die beiden Spezialitäten der Insel: Gofio, das geröstete Mehl der Altkanarier, das hier in alles vom Eis bis zur Suppe wandert, und Miel de Palma – dickflüssiger "Palmenhonig", eingekochter Palmensaft, der über Käse oder Desserts geträufelt wird. Ein Fläschchen (ab ca. 5 €) ist das beste essbare Souvenir der Kanaren.

Garajonay: Der Nebelwald aus der Urzeit

Der Nationalpark Garajonay bedeckt das Hochland der Insel und ist seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe: ein immergrüner Lorbeerwald (Laurisilva), wie er vor Millionen Jahren weite Teile Südeuropas bedeckte – auf La Gomera hat er dank der feuchten Passatwolken überlebt. Moosbehangene Äste, Farne, Nebelschwaden zwischen den Stämmen: Es ist ein Wald wie aus einem Märchenbuch und der eine Ausflug, den du auf La Gomera machen solltest.

Die Anfahrt hat es allerdings in sich: rund 40 Minuten Serpentinen pro Strecke, egal ob mit Mietwagen, Taxi (ca. 40–50 € pro Strecke, Rückfahrt vereinbaren) oder Reederei-Bus (Ausflüge meist ca. 50–80 €). Gute Anlaufpunkte sind der Aussichtspunkt Mirador de los Roques, der kurze Rundweg am Alto de Garajonay (1.487 m, höchster Punkt der Insel) und das Besucherzentrum in Juego de Bolas. Für Anfahrt, einen kleinen Spaziergang im Wald und Fotostopps solltest du 4 bis 5 Stunden rechnen. Festes Schuhwerk und eine leichte Jacke gehören ins Gepäck – im Nebelwald ist es gern 8 bis 10 Grad kühler und feucht.

Moosbewachsene Bäume säumen einen schmalen Pfad im Lorbeerwald des Nationalparks Garajonay auf La Gomera
Der Lorbeerwald lebt vom Nebel, der über den Bergkamm zieht – entsprechend feucht und rutschig sind die Wege. Festes Schuhwerk lohnt sich, eine Regenjacke oft auch.
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Mirador de Abrante: Skywalk über Agulo

An der Nordküste, hoch über dem Bilderbuchdorf Agulo, ragt der Mirador de Abrante mit seinem gläsernen Skywalk sieben Meter über die Felskante – unter dir das Dorf, vor dir das Meer und am Horizont der Teide. Der Aussichtspunkt mit Restaurant lässt sich gut mit dem Garajonay zu einer Nordinsel-Runde kombinieren (Fahrzeit ab San Sebastián ca. 45–50 Minuten). Viele organisierte Touren machen genau das – und oft gehört dann auch eine Vorführung des Silbo Gomero dazu, der gepfiffenen Sprache der Insel: Mit ihr überbrückten Hirten einst die tiefen Schluchten, heute ist sie UNESCO-Kulturerbe und Pflichtfach an Gomeras Schulen. Wenn dir im Ausflugsrestaurant jemand einen ganzen Satz pfeift, ist das keine Show-Einlage von der Stange, sondern gelebter Alltag.

Balkon des Rathauses von Agulo, behängt mit einem roten Wappentuch und mehreren Fahnen, dahinter die Felswand der Nordküste La Gomeras
Unten im Dorf: der geschmückte Rathausbalkon von Agulo, über dem die Felskante mit dem Mirador aufragt. Wer mit einer Tour oben am Skywalk hält, sollte fragen, ob auch ein kurzer Stopp im Ort drin ist – der Weg hinunter ist steil, das Dorf aber das eigentliche Motiv.
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Top-Erlebnisse im Überblick

ErlebnisZeitbedarfKosten
Kolumbus-Meile: Torre del Conde, Casa de Colón, Brunnen1,5–2 Std.kostenlos
Playa de San Sebastián30–60 Min.kostenlos
Nationalpark Garajonay4–5 Std. (mit Anfahrt)Mietwagen ab ca. 40 €/Tag, Ausflug ca. 50–80 €
Mirador de Abrante (Skywalk)2–3 Std. (mit Anfahrt, gut kombinierbar)Zugang frei, Verzehr im Restaurant optional
Gofio & Palmenhonig probierennebenbeiab ca. 5 €

Welche Ausflüge lohnen sich – und welche nicht?

Der Garajonay ist die klare Empfehlung – so einen Wald siehst du nirgendwo sonst auf einer Kanaren-Route, und die Kombination mit dem Mirador de Abrante macht daraus einen runden Halbtag. Wer nicht selbst über Serpentinen fahren mag, ist hier mit dem organisierten Ausflug gut bedient; die Busfahrer kennen jede Kurve. Das Valle Gran Rey im Westen, La Gomeras berühmtes Aussteigertal, ist wunderschön, aber mit gut 1,5 Stunden Fahrt pro Strecke an einem Hafentag sportlich – das hebst du dir besser für einen Inselurlaub auf. Eine reine Stadtrundfahrt durch San Sebastián braucht niemand: Die Stadt ist zu Fuß kleiner als jedes Sonnendeck. Falls du zwischen den grünen Schwesterinseln abwägst: Unser Guide zu La Palma zeigt, was die Nachbarin bietet.

Praktisches für deinen Tag auf La Gomera

  • Serpentinen ernst nehmen: Auf La Gomera gibt es keine flache Straße. Wer zu Reiseübelkeit neigt, setzt sich im Ausflugsbus nach vorn – mehr Tipps in unserem Ratgeber Seekrankheit vorbeugen, die Tricks wirken auch auf kurvigen Bergstraßen.
  • Wetterschichten einpacken: Am Hafen 23 Grad und Sonne, im Garajonay 14 Grad und Nieselnebel – beides am selben Tag ist normal. Leichte Jacke mitnehmen.
  • Zeitpuffer für die Rückfahrt: Die Bergstraßen verzeihen keine Eile. Bei eigener Planung spätestens 3 Stunden vor "Alle an Bord" den Rückweg vom Nationalpark antreten.
  • Bargeld für Kleinigkeiten: Karten werden fast überall akzeptiert, aber Markthalle und kleine Bars freuen sich über Scheine und Münzen.
  • Ruhige Sonntage: Viele Läden in San Sebastián bleiben sonntags zu; Restaurants am Hafen und die Ausflugsziele sind davon nicht betroffen.

Fazit

La Gomera ist der Hafen für alle, die auf den Kanaren das Ursprüngliche suchen: vormittags in einer Stunde durch fünfhundert Jahre Kolumbus-Geschichte spazieren, nachmittags durch einen Wald aus der Zeit vor den Menschen – und dazwischen Palmenhonig kaufen. Die Insel drängt sich nicht auf, und genau das macht sie zum Liebling vieler Wiederholungstäter. Auf den meisten Routen kommst du direkt von oder nach Teneriffa, dessen Teide du von La Gomeras Nordküste aus ständig im Blick hast – und wer die ganze Inselgruppe vergleichen will, startet mit unserem Überblick über die Kanaren.

La Gomera
Fahrtgebiet Kanaren28,1° N, 17,1° W

Nicht alle Punkte sind beschriftet. Alle Häfen des Fahrtgebiets: La Gomera

La Gomera ist ein Hafen im Fahrtgebiet Kanaren. Dort findest du alle Infos zu Reisezeit, Routen und passenden Reedereien.